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Adipositas-Medikamente

Adipositas: Ein wachsendes Gesundheitsproblem in der Schweiz

Die Bedeutung der Adipositas wird besonders deutlich, wenn man die Schweizer Zahlen aus dem Jahr 2022 betrachtet: Gemäss den Daten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) sind 43 % der erwachsenen Schweizer Bevölkerung übergewichtig oder adipös. Rund 12 % leiden bereits an einer Adipositas BMI über 30. Auch bei Kindern ist die Entwicklung besorgniserregend: Bereits 15 % der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig oder adipös. Berechne deinen BMI unter: Body Mass Index - BMI - Schweizerisch Adipositasstiftung

Die gesundheitlichen Folgen betreffen nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch das Gesundheitssystem. Folgeerkrankungen von Übergewicht und Adipositas verursachten in der Schweiz im Jahr 2022 Gesundheitskosten von rund 3,7 Milliarden Franken – das entspricht etwa 419 Franken pro Einwohner.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet Adipositas heute als eigenständige, chronische und multifaktorielle Erkrankung.


Mit der Einführung neuer inkretinbasierter Medikamente wie den GLP-1-Rezeptoragonisten und den GIP/GLP-1-Dualagonisten wie Moujaro, Wegovy, erleben wir derzeit einen historischen Wendepunkt in der Behandlung dieser Volkskrankheit. Das Medikament unterstützt eine Gewichtsabnahme verändert jedoch kein Verhalten wie z,B. mehr Sport, Stressmanagment, ausgewogene Ernährung. Doch wie wirkt das Medikament

Die Hauptwirkung

Verstärktes, anhaltendes Sättigungsgefühl

Die Medikamente aktivieren zentrale Sättigungsmechanismen und führen zu einem früheren und länger anhaltenden Sättigungsgefühl. Dadurch entfällt oft ein nächtliches Essen oder Snacken zwischen den Mahlzeiten. Die Wirkung führt dazu, dass das Volumen der Nahrungszufuhr auf 25-50 % zurückgehen kann.

Viele Betroffene berichten von einer deutlichen Reduktion des sogenannten „Food Noise“ – der ständigen gedanklichen Beschäftigung mit Essen, Hunger und Nahrungsaufnahme. Diese Ruhe ist oft ein enorme Entlastung im Alltag und gibt Raum Platz und Energie, Fokus für anderes. Indem die Medikamente die gestörte Regulation von Hunger und Sättigung direkt beeinflussen, ermöglichen sie eine Gewichtsreduktion. Gleichzeitig verbessern sich zahlreiche mit Adipositas assoziierte Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, arterielle Hypertonie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronische Entzündungsprozesse. Das wenige Essen führt dazu, dass eine Gefahr von einer unzureichenden Zufuhr von z.B. Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen kommt und dies wiederum verstärkt einen erhöhten Muskelabbau, Müdigkeit, Haarausfall, Hautprobleme, Geschmacksveränderungen, Verstopfungen.

Mögliche Effekte auf Suchtverhalten

Erste Studien und Beobachtungsdaten deuten darauf hin, dass GLP-1-basierte Therapien auch das Verlangen nach Alkohol, Nikotin oder anderen Suchtmitteln reduzieren könnten. Dieser Effekt wird derzeit intensiv wissenschaftlich untersucht.


Die Kehrseite: Wichtige Aspekte der Therapie

So beeindruckend die Studienergebnisse auch sind – die Behandlung bringt einige wichtige biologische Realitäten mit sich, über die Patienten aufgeklärt werden sollten.

1. Adipositas bleibt eine chronische Erkrankung

Die bisherigen Daten zeigen klar: Nach dem Absetzen der Therapie kommt es bei den meisten Patienten erneut zu einer Gewichtszunahme. Dies überrascht nicht, da die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen der Erkrankung weiterhin bestehen.

Nur ein kleiner Teil der Patienten kann das erreichte Gewicht langfristig ohne medikamentöse Unterstützung halten. Für viele Betroffene bedeutet dies, dass eine langfristige, möglicherweise lebenslange Therapie erforderlich sein wird. Lass dich professionell begleiten damit auch du eine nachhaltige erfolgreiche Gewichtsabnahme erreichst, das ist weit mehr als das Essen, Mindset, Bewegung, Ernährungsverhalten sind einige Punkte damit du ein glückliches, gesünderes Leben führen kannst. Ernährungsberatung Corinne Gerber bietet erfahrene Krankenkasse anerkannte Ernährungsbratung bequem online von zu Hause und Coachings an. Termin unter: www.erbcorinnegerber.ch

2. Umgang mit Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt und umfassen insbesondere Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Aufstossen oder Durchfall. Diese Beschwerden sind meist Dosisabhängig bzw. durch die Ernährung beeinflusst.

Eine langsame und individuell angepasste Dosissteigerung verbessert die Verträglichkeit erheblich und reduziert das Risiko eines Therapieabbruchs.

Nebenwirkungen müssen nicht sein und können mit der richtigen Dosierung und angepasstem Verhalten oft reduziert oder vermieden werden. Deshalb ist es von zentraler Bedeutung, dass du von einem spezialisierten Team begleitet wirst.

3. Verlust von Muskel- und Knochenmasse

Ein rascher Gewichtsverlust führt nicht ausschließlich zum Abbau von Fettgewebe. Auch Muskelmasse und Knochendichte können abnehmen.

Aktuelle Untersuchungen weisen darauf hin, dass ein relevanter Anteil des Gewichtsverlusts auf fettfreie Körpermasse entfällt. Daher sollten Patienten während der Therapie gezielt Maßnahmen zum Muskelerhalt ergreifen.

Die wichtigste Gegenmaßnahme ist regelmäßiges Krafttraining wöchentlich mind. 150 min. in Kombination mit einer ausreichenden Proteinzufuhr. Wieviel Protein sinnvoll ist, welche Kraftelemente du einbauen kannst, welche zu deinem Körper und Bedarf und Alltag passt genau dies besprichst du mit deinen Therapeuten. Grundsätzlich solltest du täglich mindestens 3 Mal 20 -25 g Protein zu dir nehmen.

4. Laborwerte richtig interpretieren

Unter einer Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten können die Pankreasenzyme Amylase und Lipase leicht ansteigen. Dieses Phänomen ist gut dokumentiert und stellt für sich allein keinen Hinweis auf eine akute Pankreatitis dar.

Die Diagnose einer Pankreatitis sollte daher nicht allein auf Laborwerten beruhen, sondern stets im Zusammenhang mit den klinischen Beschwerden und gegebenenfalls bildgebenden Untersuchungen gestellt werden regelmässige ärztliche Konsultationen und Begleitung sind unerlässlich.

Fazit: Die Basis bleibt der Lebensstil Die Abnehmspritzen und Medikamente, gehören zu den bedeutendsten Innovationen der modernen Adipositasmedizin. Sie verändern unser Verständnis der Erkrankung grundlegend und bieten vielen Betroffenen erstmals eine wirksame Unterstützung bei der Gewichtskontrolle.

Dennoch sind sie kein Ersatz für einen gesunden Lebensstil. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn die medikamentöse Therapie mit einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger körperlicher Aktivität und insbesondere Krafttraining kombiniert wird.

Diese Veränderungen liegen in deiner Entscheidung und Umsetzung und brauch ein multiprofessionelles Expertenteam aus Ernährungsberatern, Physiotherapeuten, Bewegungstherapie und Mentalegesundheit, Psychologie, Coaching.

 
 
 

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